Wissenswertes zum OCAL H-2 Astrographen

Hier gehen wir auf Fragen und Rezensionen ein

Was man über den OCAL H-2 so liest...

Liebe Kunden,

wenn ein neues Teleskop wie der H-2 Hypergraph auf den Markt kommt, gibt es viele Berichte, Kommentare und Spekulationen auf unterschiedlichen Plattformen. Wir möchten an dieser Stelle einige Dinge aufgreifen, die uns in der Berichterstattung aufgefallen sind. So kommt eventuell für den einen oder anderen etwas Licht ins Dunkel. Wir versuchen die Berichterstattung und Kommentare zu verfolgen. Sinnvolle Vorschläge versuchen wir umzusetzen. Deshalb danke an alle, die sich für das Gerät interessieren und mit ihren Kommentaren beitragen.

"Es befindet sich ein Heizstreifen im Inneren des Tubus."

Das ist nicht ganz richtig. Was man hier sehen kann, ist kein Heizstreifen. Das ist lediglich die Kabelführung im Tubus. Die Heizelemte befinden sich hinter dem Haupt- und Fangspiegel. Die runden Knöpfe im Bild sind Magnetverschlüsse. Dort kann die Heizung abgekoppelt werden, sollte man die Fangspinne oder die Hauptspiegelzelle ausbauen wollen.

Die Steuerung der Heizung sitzt außen auf dem Tubus. Es gibt zwei Fühler: einen im Tubus und einen in der Steuerung außen. Geregelt wird über einen Mikrocontroller.

Den Fühler im Tubus bitte nicht überkleben oder lackieren!

"Die Kabelführung an der Spinne könnte bei einem 5000.- Euro Gerät besser gelöst sein"

Die Kabel, welche auf der Unterseite der Fangspinne verlaufen, müssen zusätzlich mit Klebeband gesichert sein. Das Isolierband stellt hier eine Zugentlastung (gelber Pfeil) dar. Es bestünde sonst die Gefahr, dass ein Kunde nach Trennen des Magnetkopplers (roter Pfeil), die Kabel unten von der Spinne reißt. Selbst wenn die Kabel in einer Vertiefung verlaufen würden, wie von einem Leser geschrieben, müsste man die Enden trotzdem gegen das Herausreißen sichern.

Selbst bei absoluten High-End-Teleskopen, die weit über 30.000 Euro kosten, ist das meist so gelöst. Siehe PlaneWave!

"Beugungseffekte, quer zu den Spikes verlaufende Aufhellung an sehr hellen Sternen."

Hier handelt es sich nach unserer Einschätzung nicht um Beugungseffekte im klassischen Sinn. Sehr wahrscheinlich handelt es sich um minimales Streulicht von den blauen Rändelschrauben, welche die Rotationsachse des FS verstellen. Die Schrauben liegen zwar im Schatten des Fangspiegels, der Rändel selbst kann aber möglicherweise etwas Restlicht streuen.

Lösung siehe im nächsten Absatz.

Hier die Lösung:

Diese Schrauben ersetzen die beiden blauen Schrauben zur Verstellung der Fangspiegel-Rotation. Wir haben bereits alle bisherigen Käufer informiert und bieten die Schrauben künftig als Tuningteil an. Die Schrauben werden bei uns einzeln gefertigt und gegen Reflexionen beschichtet. Da es die Schrauben nicht fertig zu kaufen gibt, kann OCAL die nicht ab Werk einabuen. Wir können die Schrauben jedoch ideal fertigen und für schmales Geld als Tuningteil anbieten.

"Reflexionen an hellen Sternen"

Es gibt sehr viele Ursachen für solche Reflexionen. Meist handelt es sich um Spiegelungen, welche im Bereich Filter oder am Frontglas der Kamera entstehen. Auch Reflexionen zwischen dem Filter und dem Komakorrektor sind möglich. Auch von einer zur anderen Filterfläche, also Vorder- und Rückseite. Wir haben Berechnungen angestellt, nach denen das Licht in dem Reflex eine Wegstrecke von ca. 3,11 mm zurückgelegt hat, was für diese Theorie spricht.

Wir raten zu hochwertigen high-speed-filtern (zum Beispiel Antlia), um solche Reflexionen zu vermeiden.

 

 

"der AAF hat mechanisches Spiel und ist dem H-2 nicht würdig"

Sowohl der ZWO EAF (alle Generationen) wie auch der ToupTek AAF, sind hervorragend für den OCAL H-2 geeignet. Befestigungsgewinde sind am Okularauszug vorhanden. Wir verwenden den AAF selbst am H-2 in unserer Firmensternwarte. Sobald der AAF montiert ist, fungiert das massive Lager im Okularauszug als Gegenlager. 

Es ist wirklich nicht nötig, irgendwelche teuren Motoren anzubauen oder aufwändig mit 3D gedruckten Adaptern zu arbeiten. Sollten Sie wirklich im Besitz eines SestoSenso sein, können wir Ihnen diesen Motor gerne adaptieren. Fragen Sie uns beim Kauf Ihres H-2!

 

Hier die Einstellungen in NINA, mit denen der AAF bei uns klaglos und super sauber läuft:

Kommentare und Fragen, auf die wir gerne eingehen:

  • "Ganz schön teuer für ein Newton Teleskop": Der OCAL H-2 ist kein klassischer Newton. Er ist ein hyperbolischer Astrograph. Sowohl die Hauptoptik wie auch die Korrekturoptik wurden eigens für dieses Geräte berechnet, entwickelt und gefertigt. Allein die Entwicklung hat vier Jahre gedauert. Im Ergebnis übertrifft dieser Astrograph, gerade was die Sternabbildung und Schärfe angeht, nahezu alles, was bisher auf dem Markt zu finden ist. In dem gesamten Teleskop sind edelste Materialien wie Edelstahl, Billetaluminium und Kohlefaser verbaut. Dieses Teleskop ist für das, was es leistet, wirklich nicht überteuert. Bitte auch immer daran denken: das Teleskop hat einen riesigen 2,5" Auszug und kommt serienmäßig mit Adapter auf M48 und M54. Es leuchtet Vollformat nahezu zu 100% aus. Bei herausragender Sternabbildung, versteht sich.
  • "Der H-2 ist der absolute Hammer!" Völlig richtig! Diesem Kommentar haben wir nur ein dickes Danke hinzuzufügen ;-)
  • Frage eines Anrufers: "Können die Reflexe von Mikrolinsen des Chip kommen?" Ganz klares Nein! Der Kamerachip (imx571), den Herr Nimmervoll in seinen Videos verwendet, hat keine Mikrolinsen. Sehr wahrscheinlich kommen die Reflexe von den Filtern oder dem Frontglas der Kamera. Bitte siehe auch Bild und Erklärung oben. Hier lassen sich auch Berechnungen anstellen, welche die Filter oder das Frontglas der Kamera als Ursache vermuten lassen.
  • "mir gefällt, dass der H-2 von vorne bis hinten durchdacht ist." Das hat der Kommentator wirklich sehr gut erkannt und auf den Punkt gebracht. Danke dafür! Bisher waren auch alle Sternfreunde, die einen H-2 live gesehen haben, völlig von den Socken. Das ist einfach absolut kein Vergleich zu anderen Geräten.
  • "For that price the mirrrors should be made of zerodur and not fused silica": Zerodur ist nur noch sehr selten und nahezu ausschließlich in extremst teuren Teleskopen zu finden. Das liegt zum Einen daran, dass solche Gläser nicht in den benötigten Größen und Dicken als Rohmaterial verfügbar sind. Zum Anderen ist die Bearbeitung dieser Gläser weit schwieriger, weil die Gläser härter zu bearbeiten sind. Als dritter Effekt spielt die Belastung mit Schwermetallen bei der Glasbearbeitung heute eine größere Rolle als früher. Fused Silica ist ein herausragend gut geeignetes Material mit nahezu perfekten Eigenschaften. Tests zeigen, dass die H-2 Teleskope selbst bei extremen Temperaturabfällen hervorragend fein abbilden. Selbst wenn man beispielsweise Pyrex oder Zerodur verwenden würde, würde das die Qualität der Abbildung nicht weiter verbessern. Die Geräte müssten aber wegen des höheren Rohmaterialpreises und mehr Fertigungsaufwand deutlich teurer werden. Fused Silica ist ein Quarzglas, wie es beispielsweise auch in Geräten von PlaneWave eingesetzt wird.